Erhöhung der Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg?

Maria Lengemann

9. Mai 2016

Derzeit machen einige News die Runde, die gerade bei Immobilienkäufern für Bauchschmerzen sorgen dürften. Es heißt, Baden-Württemberg denkt über die Erhöhung der Grunderwerbsteuer nach. Es gab einmal eine Zeit, da war die Grunderwerbsteuer zwar ein lästiges Übel beim Kauf von Immobilien, dafür aber kalkulierbar und von der Höhe her noch vertretbar. So wurde vor langer Zeit festgelegt, dass die Grunderwerbsteuer in allen Ländern eine Höhe von 3,5% einnimmt. Wer eine Immobilie oder auch ein Grundstück gekauft hat, der wusste also, womit er zu rechnen hatte und musste keine Angst haben, dass die Grunderwerbsteuer mit ihrer Höhe die Finanzierung zu kippen droht. Diese Zeiten sind jedoch schon längst vorbei, denn inzwischen können die Länder selbst entscheiden, wie hoch die Grunderwerbsteuer ist, solange sich dieser Wert zwischen 3,5% und 6,5% bewegt.

Baden-Württemberg denkt über eine Erhöhung nach

Wer sich derzeit für eine Immobilie in Baden-Württemberg interessiert, der sollte besser schnell zuschlagen, denn wenn man den Nachrichten Glauben schenken darf, dann kann es sonst bald deutlich teurer werden. Denn die zukünftige Landesregierung in Grün-Schwarz denkt darüber nach, die Grunderwerbsteuer zu erhöhen. Der Grund dafür lässt sich leicht zusammenfassen. Es wurde ein Haushaltsdefizit festgestellt und das hat eine Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Wie lässt sich dieses stopfen? Ziemlich einfach mit erhöhten Steuern. Hier kann es die Immobilienkäufer treffen. Interessant ist dabei der Fakt, dass diese Erhöhung in dem Regierungsprogramm auf den doch beachtlichen 140 Seiten keinen Platz findet. Die Information wurde jedoch bestätigt und zwar durch ein Mitglied der aktuellen Verhandlungskommission.

Die Höhe der Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg

Im Moment liegt die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg noch bei einem Betrag von 5%. Zu dieser Erhöhung kam es schon im Jahr 2011 und bereits damals zeigte sich der Unmut der Käufer. Nun wird darüber nachgedacht, für eine Erhöhung auf 6% zu stimmen, selbst der Höchstsatz von 6,5% wird in den Verhandlungen erwähnt. Der Zeitpunkt hätte laut den Vertretern der Immobilienbranche kaum schlechter gewählt werden können, denn derzeit steht in erster Linie der Wohnungsbau im Vordergrund. Dieser muss auch in Baden-Württemberg nachhaltig angekurbelt werden. Mit der Erhöhung der Grunderwerbsteuer wird dies eher verhindert. Inwieweit die Erhöhung durchgesetzt wird und mit welcher Erhöhung dann gerechnet werden muss, steht bisher noch nicht fest.

Informationen zur Grunderwerbsteuer

Bei der Grunderwerbsteuer handelt es sich um die einzige Variante der Steuern, die nicht durch den Staat, sondern durch die Länder festgelegt wird. Interessant ist dabei ein Blick auf Deutschland im Gesamtbild. So liegt die Grunderwerbsteuer beispielsweise sowohl in Sachsen als auch in München bei einem Satz von 3,5%. Damit haben die Länder bisher keine Erhöhung vorgenommen und es sind auch keine Nachrichten darüber bekannt, dass dies geplant wäre. Es gibt jedoch auch einige Länder, die sich dafür entschieden haben, den höchsten Steuersatz zu verlangen. Dazu gehören das Saarland, Brandenburg und auch Nordrhein-Westfalen. Ob auch Baden-Württemberg sich dieser Liste anschließen wird, das muss noch endgültig ausdiskutiert werden.